Diese Kurz-Informationen sollen Betroffenen helfen, die Symptome ihrer Depression besser zu managen und Unterstützung zu finden.
1. Erster Schritt: Eigene Beschwerden ernst
nehmen
- Depressive Symptome können auf eine ernsthafte Erkrankung
hinweisen.
- Wichtig ist, sich frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen – erster Ansprechpartner
ist meistens der Hausarzt.
- Psychotherapie und/oder Medikamente bilden häufig den Kern der
Behandlung.
- Auch eine frühzeitige Unterstützung von Familie oder Freunden ist
hilfreich.
- Selbsthilfe wirkt dabei unterstützend - ersetzt aber keine
Therapie.
- Zusätzlich können Betroffene durch eine gesunde Lebensweise (z.B. ohne Alkohol und
Nikotin, mit einer vollwertigen Ernährung und wenig Zucker) entscheidend zu ihrem Wohlbefinden beitragen.
2. Struktur im Alltag: Ein fester Tagesablauf hilft gegen Depressionen:
- Ein fester, strukturierter Tagesablauf gibt Halt und verhindert, in
Passivität und negative Gedanken sowie Grübeln zu verfallen.
- Sinnvoll sind feste Zeiten für Aufstehen, Essen, Arbeit und ausreichend Schlaf
einzuhalten.
- Auch angenehme Aktivitäten sollten bewusst eingeplant werden z.B. Sport, Treffen mit
Freunden, Musik hören und lesen.
- Wichtig ist, mit kleinen Schritten zu beginnen, d, h . keine zu hohen Ansprüche
an sich selbst stellen und Überforderung vermeiden.
3. Soziale Kontakte stärken und pflegen
- Ein stabiles soziales Netz von Menschen, die unterstützen und einem guttun, kann Depressionen lindern und vorbeugen.
- Entlasten können Gespräche und Austausch mit Familie, Freunden oder
Selbsthilfegruppen.
- Selbsthilfegruppen bieten Verständnis und praktische Tipps im geschützten
Rahmen.
- Aktivitäten in einer Gemeinschaft, wie eine Mitgliedschaft in einem Sportverein, sind
ebenfalls hilfreich und empfehlenswert.
4. Bewegung, Entspannung
- Körperliche Aktivität baut Stresshormone ab und setzt Glückshormone
frei..
- Jede Form von Bewegung ist also hilfreich – Spaziergänge, Radfahren,
Sport.
- Bewusstes Entspannen mit Entspannungstechniken wie Autogenes Training,
Achtsamkeitstraining, Yoga oder Tai-Chi wirkt stressreduzierend.
5. Online-Selbsthilfe
- Digitale Programme und Apps können ergänzend helfen.
- Beispiel: moodgym, ein gut untersuchtes Online-Selbsthilfeprogramm auf Basis
der Verhaltenstherapie.
- Wichtig ist, zwischen Präventions-/Selbsthilfe-Apps und digitalen Therapieangeboten zu
unterscheiden.
6. Unterstützung für Angehörige
- Angehörige können z.B. beim AOK Familiencoach Depression Hilfe
finden.
- Ziel: Betroffene unterstützen, ohne die eigenen Grenzen zu
überschreiten.
7. Selbsthilfegruppen finden
- Die NAKOS bietet bundesweit Informationen und Vermittlung zu Selbsthilfegruppen
für Betroffene und Angehörige.